Bernhard Holl

Altbürgermeister und Ehrenbürger von Kleinheubach

geboren 09. Mai 1927
verstorben 02. April 2011


Der in Miltenberg geborene gelernte Maurermeister und Bauingenieur gehörte von 1972 bis 1978 dem Gemeinderat an.

Am 5. März 1978 wurde er zum Bürgermeister von Kleinheubach gewählt und ging 1990 in Pension. In diesen 12 Jahren war er zusätzlich Vorsitzender des Schulverbandes und der Verwaltungsgemeinschaft mit den Mitgliedsgemeinden Laudenbach und Rüdenau.

Bernhard Holl galt als Mann der Praxis, der geradlinig auf sein Ziel zusteuerte, unnötigen Aufwand vermied und auf dessen Wort Verlass war. Mit zahlreichen Entscheidungen hat er seine geliebte Heimatgemeinde zukunftsweisend mitgeprägt. Projekte seiner Amtszeit waren unter anderem der Neubau des gemeindlichen Bauhofes 1979, des Kindergartens »Im Mittelgewann« 1981 sowie die Erweiterung des Rathauses mit Feuerwehrgerätehaus 1985.

Sein besonderer Blick für die Erhaltung und Verschönerung des Ortsbildes fanden in der Renovierung des Alten Rathauses 1978, der Alten Schule 1982, der Sanierung der historischen Ringmauer und der fränkischen Torbögen im Altort ihren Ausdruck. Er leitete den Weg für den späteren Kauf und Umbau des Kleinheubacher Kulturzentrums "Hofgarten« ein.

Den Anschluss Kleinheubachs an den Abwasserzweckverband Main-Mud vollzog er 1978 und ließ fast die gesamte Kanalisation im Ortsbereich erneuern.
Mit der Ausweisung und Erschließung der Baugebiete "Mittelgewann II" sowie den Gewerbegebieten "Seehecke" und "Kleines Flürlein" wurde der Grundstein zur Weiterentwicklung der Marktgemeinde gelegt.

Die von Kleinheubach und Großheubach errichtete Mainbrücke wurde in die Baulastträgerschaft des Freistaates übergeben und befreite den Markt von den Unterhaltskosten. Trotz der Investitionen verlor er nie den Blick für eine solide Haushaltslage und verstand es, während seiner Amtszeit die Verschuldung auf einem äußerst geringen Niveau zu halten.

Nach seiner Pensionierung wurde Bernhard Holl vom Marktgemeinderat 1990 zum Altbürgermeister sowie 2001 zum Ehrenbürger ernannt. 1991 verlieh die Marktgemeinde ihm die Bürgermedaille in Gold. Im Ruhestand kümmerte er sich besonders intensiv um die Heimatgeschichte und veröffentlichte mehrere Bücher und historische Aufzeichnungen.

Die Ortsvereine schätzten ihn als engagierten Förderer, aber auch seinen Rat, seine tatkräftige Mitarbeit und seine finanziellen Zuwendungen sehr.
Er war in fast allen Ortsvereinen Mitglied, teilweise sogar Gründungs-und Ehrenmitglied.