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Altes Rathaus Kleinheubach
Erbaut dürfte das erste feste Haus nach dem Jahre 1568 sein.
Graf Jörg zu Erbach trat über 15 Jahre lang sein ihm zustehendes "Ohmgeld" an die Gemeinde ab, um die Finanzierung des Rathauses zu ermöglichen.
Ein verheerendes Feuer am Samstag, den 24. April 1627 vernichtet innerhalb einer Stunde dieses Rathaus und weitere 40 Gebäude in Heubach.
Kosaken, die tags zuvor hier lagerten, zündeten den Ort an allen 4 Ecken gleichzeitig an. Nahezu 100 Jahre stand der Ort leer.
 
Erst im Jahr 1727, damals waren ja schon die Fürsten zu Löwenstein hier "Landesherren", wurde der Bau des Rathauses wieder urkundlich erwähnt.
Der Text der Urkunde lautet:
"Am 20 August 1727 als daß Bauholtz im Lattberg zum Rathhaus geführet worden, der gantzen Gemeindt geben worden an Wein 1 Eymer, so zu Miltenberg erkauft 5 fl 30 xer. Am 21. Novembris als des Rathhaus auffgeschlagen wordten denen Zimmerleuten 3 Schnupptücher undt Bänder, vor Krug und Gläser so zerbrochen worden zusammen zahlt 1 fl 20 xer. "
Das Alte Rathaus wurde im Jahre 1984 renoviert und steht heute dem Roten Kreuz Kleinheubach zur Verfügung.
 
Fertigstellung der Sanierungsarbeiten am Alten Rathaus gebührend während des Maimarktes gefeiert Kleinheubach.
Zum 275. Jahrestag der Erbauung des Alten Rathaus erstrahlt das stattliche Gebäude nach grundlegender Außensanierung wieder in neuem Glanz. Am Pfingstsonntag, 19. Mai 2002 konnte Bürgermeister Kurt Schüßler im Rahmen einer kleinen Feierstunde das Gebäude wieder seiner Bestimmung übergeben.
 
Neben zahlreichen Mitbürgern waren auch Landrat Roland Schwing, sowie die Bürgermeister der Nachbargemeinden zur Gebäudeübergabe gekommen. Die Feierstunde umrahmten die „Heubacher Musikanten“ unter der Leitung von Ferdinand Scheurich.


Mehrmals renoviert

Mit einem Blick in die Geschichte sagte Bürgermeister Schüßler, dass das stattliche Gebäude an genau jener Stelle am 20. August 1727 errichtet wurde, wo nach einem Großbrand am 24. April 1627 das erste Rathaus der Gemeinde fast 100 Jahre in Trümmern gelegen hatte. Und wie aus alten Unterlagen hervorgehe, sei das Bauholz dafür am Lattberg geschlagen worden. Aus alten Bilddokumenten sei ersichtlich, dass in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts das schlichte aber schöne Fachwerk noch überputzt gewesen sei und erst bei einer späteren Renovierung freigelegt wurde. Im Jahre 1984 erfolgte eine größere Renovierung und in den Folgejahren wurde der Anstrich der Außenfassade nochmals erneuert.


Handwerkliches Geschick bewiesen

Die im Herbst 2001 begonnenen Sanierungsmaßnahmen, waren laut Bürgermeister dringend erforderlich, weil der Putz in vielen Bereichen der Fachwerkfelder Schaden genommen und mittlerweile abgebröckelt war. Nach Entfernung des alten Putzes und der Abstrahlung des Fachwerks, sei das Mauerwerk seitlich abgefräst worden, damit das Wasser besser ablaufen und keine Schäden mehr verursachen kann. Die Fachwerkfelder wurden schließlich neu verputzt und mit handwerklichem Geschick kissenförmig modelliert. Auch die schadhaften Torbögen und Sandsteinsockel wurden aufgearbeitet. Zimmerer- und Spenglerarbeiten, sowie die Erneuerung des Blitzschutzes waren zwangsläufig notwendig. Das Turmgerüst im Dachreiter ist in diesem Zuge ebenfalls erneuert worden.


Altbewährte Materialien verwendet

Mit dem Landesamt für Denkmalpflege sei die gesamte Maßnahme der Außenfassade abgestimmt und entsprechende Vorschläge zur Farbgestaltung sind vom Fachberater der Firma Silin unterbreitet worden. Bei der Sanierungsmaßnahme hatte die Malerfirma Helmut Ruf (Laudenbach) den Hauptanteil der Arbeiten durchgeführt. Es sind ausschließlich altbewährte rein mineralische Materialien verwendet worden. So kam nur Kalkputz zum Einsatz und die in Oxydrot gehaltenen Holzgewerke wurden mit langöligen Farben bearbeitet. Auch habe der Markt noch zusätzlich die Erdgeschosshalle und das Treppenhaus neu streichen lassen. Der Bürgermeister bescheinigte der Malerfirma, dass sie nicht nur ein großes Arbeitspensum zu bewerkstelligen hatte, vielmehr noch seien die Mitarbeiter mit Herzblut bei der Sache gewesen. Den Handwerkern hätte man förmlich angemerkt, dass ihnen die Arbeit an dem historischen Gebäude Freude bereite.


Schlüsselübergabe an die BRK Gemeinschaft

Der Bürgermeister dankte allen an der Sanierungsmaßnahme beteiligten Firmen und Mitarbeitern für das loyale Verhalten und schloss in diesen Dank auch Wolfgang Haas mit ein, der die Sanierung vorzüglich geplant, vorbereitet und teilweise auch als Bauleiter durchgezogen habe. Dank und Anerkennung gebühre auch der Fotodokumentation, die von Manfred Seemann über das Alte Rathaus und dessen Baufortschritt zusammengestellt und in der Erdgeschosshalle zu sehen ist. Bei der offiziellen Schlüsselübergabe an die Rot-Kreuz-Gemeinschaft, der das Alte Rathaus seit 1974 zur Verfügung gestellt werde, stellte der Bürgermeister heraus, dass das Gebäude und die Räumlichkeiten in der Vergangenheit von der BRK Gemeinschaft sorgsam gepflegt wurden. Mit dem in neuem Glanz erstrahlenden Alten Rathaus nehme das Rote Kreuz eines der schönsten und neben dem Schloss auch eines der wichtigsten Gebäude in ihren Besitz.
 
Landrat Roland Schwing würdigte in seiner Glückwunschadresse, dass es dem Markt Kleinheubach vorzüglich gelungen sei, mit der Sanierung des Alten Rathauses ein Stück gemeindlicher Geschichte in die Gegenwart zurückzuholen. Mit dem historischen fränkischen „Dreiklang von Rathaus, Kirche und Gasthaus“ habe der Altort sein Gepräge. Auch sei es über die Generationen hinweg wichtig zu wissen, sagte der Landrat, auf welchen Fundamenten sich das Leben einer Gemeinde abspiele.

Zahlreiche Mitbürger und Gäste konnte Bürgermeister Kurt Schüßler zur feierlichen Übergabe des sanierten Alten Rathaus am Pfingstsonntag willkommen heißen.
Foto: Manfred Seemann
 
Den symbolischen Schlüssel übergab Bürgermeister Kurt Schüßler an BRK Bereitschaftsleiterin Ursula Lang zur weiteren Nutzung und sorgsamen Pflege des Alten Rathaus.
Foto: Manfred Seemann
 

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