Ziele der Hortarbeit
Alle Kinder und besonders Schulkinder haben zu vielen Lebensbereichen schon ihre festen Meinungen und Vorstellungen, daher muss die Erziehung im Hort zu einem gemeinsam getragenen Erfahrungs- und Kommunikationsprozess werden.
Die Kinder sollen selbständiges Handeln lernen, um später selbstständig Entscheidungen treffen zu können.
Die Hortkinder lernen auch durch Konflikte die im Alltag auftauchen. Nur im richtigen Umgang mit Konflikten können Kinder lernen, mit ihrer Wut, ihrem Ärger umzugehen, ihre Bedürfnisse zu vertreten und eine Niederlage zu verkraften. Die Kinder sollen im Hort größtmögliche Selbstständigkeit erwerben, ihr Selbstvertrauen soll gestärkt werden.
Der Hort verschafft dem Kind außerdem die Möglichkeit, seine eigene soziale Rolle innerhalb der Gruppe zu erfahren, wobei ein partnerschaftliches, gewaltfreies und gleichberechtigtes Miteinander, insbesondere der Geschlechter untereinander, erlernt werden soll.
Desweiteren bietet der Hort eine Hausaufgabenbetreuung an. Die Kinder sollen lernen, eigenständig ihre Hausaufgaben zu erledigen und an sie gerichtete Aufgaben zu bewältigen. In unserer Einrichtung stehen wir den Kindern von Montag – Donnerstag zur Unterstützung der Hausaufgaben zur Verfügung.
Ein weiteres Ziel ist es, den Kindern Räume zu bieten, in denen sie sich wohl fühlen und sich frei in ihren Interessen entfalten können. Der Hort soll auch als familienergänzende Einrichtung dienen. Er bietet den Kindern Schutz und Geborgenheit und einen geregelten Tagesablauf. (Mittagessen, Hausaufgabenzeit, Zeit für Angebote..).
Freizeitgestaltung
Desweiteren haben die Kinder viele Möglichkeiten ihre Freizeit selbstständig sinnvoll zu gestalten. (Tischkicker, Tischtennis, Ruheraum, Fussballplatz, Turnhalle…) Wir bieten ihnen aber auch Workshops zu bestimmten Themen an, die sich die Kinder selbst aussuchen dürfen.
Kreativitätserziehung
Immer wieder werden für die Kinder kreative Aktivitäten angeboten. Diese können unterschiedlich ausfallen: Kerzen gießen oder selbst gestalten, Gestaltenmit Ton oder Salzteig, kreative Geschenktüten gestalten, Wir stellen Knet her, Wir basteln Mobiles oder Fensterschmuck und vieles mehr.
Gemeinschaft
In den Ferien und freitags bieten wir den Kindern Gemeinschaftsaktionen an. Diese Projekte und Angebote sind vielfältig und ausgewogen in ihrer Art. Wir fördern hierdurch die Kreativität und die Zusammenarbeit und den Gemeinschaftssinn der Kinder, Fein- und Grobmotorik werden gefördert, das Sozialverhalten und Verantwortungsbewusstsein der Kinder wird gestärkt, auch wird die Sprachentwicklung gefördert und eine geringe Frustrationstoleranz wird abgebaut.
Medienerziehung
Auch ist es uns wichtig, die Kinder an zukünftige Medien heranzuführen. Deshalb nutzen wir meist an zwei Tagen in der Woche (Montag und Dienstag hauptsächlich) den Computerraum und die Playstation. Die Schule hat einen eingeschränkten Zugriff auf einzelne Seiten im Internet, wir haben diese für unsere Arbeit noch mehr eingeschränkt.
Hier haben die Kinder maximal zwanzig Minuten Zeit sinnvolle Lernspiele zu spielen (Lege-Puzzle, Strategiespiele, Konzentrationsspiele und vieles mehr…) An der Playstation stehen ihnen altersgerechte Spiele wie Basket und Fußball, Sing Star, sowie Autorennen und ähnliches zur Verfügung.
Gerade Playstation Sing Star wird von vielen Kindern sehr gerne genutzt. Hierbei werden die Kinder auch musisch gefördert.
Auch nutzen wir den PC zur Informationssuche zu bestimmten Themen, je nach Interessen der Kinder und zeigen ihnen Möglichkeiten der Suche auf. Hierbei gibt es die Kindersuchmaschine „Blindekuh“ oder für die älteren Kinder „google“ oder „wikipedia“.
Erlebnispädagogik
Persönlichkeitsentwicklung:
Abenteuerpädagogik fördert die Selbstwahrnehmung und Reflexionsfähigkeit des einzelnen Menschen durch Offenlegung persönlicher Grenzen, Klärung von Zielen und Bedürfnissen, Definition von Rolle und Verantwortung in der Gemeinschaft und gemeinsamen Spaß. Am Ende sollten ein besseres Selbstverständnis und höheres Selbstbewusstsein stehen. Durch Selbsterfahrung und Selbstbeurteilung anhand der erstellten Ziele lernen die Teilnehmer/innen etwas über sich selbst und über das eigene Verhalten im Gruppenprozess. Selbstwert entsteht, wenn die Teilnehmer/innen etwas schaffen, was sie sich vorher nicht unbedingt zugetraut hatten.
Soziale Kompetenz:
Abenteuerpädagogik steigert kommunikative Kompetenz und Fertigkeiten durch konstruktives Feedback, gemeinsame Arbeitsvereinbarungen und Empathie. Ergebnis ist ein größeres Wissen über Zusammenarbeit und Kommunikation in Gruppen und ein gesteigertes Bewusstsein auch für andere. Als Menschen sind wir auf soziale Kontakte angewiesen. Unsere Identität erwächst aus dem steten Vergleich von Fremd- und Selbstbild. Anerkennung und Wertschätzung sind demnach elementare Bedürfnisse und werden in Abenteuerprojekten bewusst unterstützt.
Lernbereitschaft:
Abenteuerpädagogik fördert die individuelle Zielfindung der Teilnehmer/innen und ermöglicht sich zu riskieren, Herausforderungen als Motivatoren zur Selbstverwirklichung und Wachstum zu erkennen und eigene in unbekannten Situationen zu erforschen.
Werthaltungen:
Abenteuerpädagogik regt zur Bildung grundlegender Haltungen und Einstellungen durch gemeinsame Zieldefinitionen und Entwicklung von Verhaltensnormen in der Gruppe an. Damit wird die Entwicklung persönlicher Werteinstellungen durch die Vereinbarung gemeinsamer Normen und Umgangsweisen gefördert.
Problemlösefähigkeit:
Abenteuerpädagogik unterstützt durch eine Vielzahl von Interaktionsübungen und Aufgaben den Paradigmenwandel weg von Problemorientierung hin zur Lösungsorientierung: Durch Erproben verschiedener Problemlösungsstrategien und Reflexion des eigenen Handelns entsteht als Ergebnis eine größere Entscheidungsfreude.
Vertrauen:
Vertrauen ist der Schlüssel der Sicherheit, der die Tür zu Experimentierfreude und Risikobereitschaft öffnet. Vertrauen erlaubt etwas mit anderen Menschen zu teilen, ohne die Furcht davor zu haben, ausgelacht oder ignoriert zu werden. Und Vertrauen ist die Basis dafür Herausforderungen zu wagen; immer in dem Bewusstsein, dass andere helfen und unterstützen. Eine Atmosphäre der gegenseitigen Unterstützung und Anerkennung trägt wesentlich dazu bei, dass man sich angenommen, akzeptiert und geliebt fühlt. Lob und Wertschätzung auszusprechen ist allerdings in einer Leistungsgesellschaft wie unserer eher in Vergessenheit geraten. Lob und Anerkennung zu geben und anzunehmen ist ein Schwerpunkt aller abenteuerpädagogischen Projekte.
Kommunikationsfähigkeit:
In jeder Gruppe herrschen ausgesprochen oder unausgesprochen Umgangsregeln. Die Abenteuerpädagogik plädiert hier für einen möglichst klaren Umgang miteinander und bespricht regelmäßig die Grundlagen für die Zusammenarbeit: Der gemeinsame Arbeitskontrakt schafft die Basis für die Kommunikation der Teilnehmer/innen untereinander. Der Kontrakt wird von Project Adventure „Full Value Contract“ genannt und im Kapitel „Orientierungsphase“ ausführlich erläutert.
Kooperationsfähigkeit:
Kooperationsfähigkeit heißt den Einzelnen in der Gruppe zu fördern: dabei wird Teamkultur entwickelt und gepflegt. Vordringliche Haltung ist „win/win“: Wenn alle gewinnen, fühlt sich niemand ausgegrenzt. Das Gewicht liegt mehr auf der gegenseitigen Unterstützung, um das gemeinsame Gruppenziel zu erreichen. Damit machen alle Teilnehmer/innen die Erfahrung, am Erfolg der Gruppe beteiligt zu sein. In einem funktionierenden Team ist Synergie erlebbar. Die Mitglieder wissen, dass sie sich gegenseitig brauchen, um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen:
„Alle ziehen an einem Strang!“
Spaß:
Spaß ist nicht nur wichtig, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Abenteuerpädagogik. Mit Spaß sind Menschen stärker motiviert, ihre Aufmerksamkeit ist höher und ihr Energiepotenzial größer. Humor und Spaß sind ansteckend! Spaß vermittelt sofort ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Kameradschaft und das ist wesentlich für einen guten Gruppenprozess. Wenn der Spaß verschwindet, dann verschwinden oft als Nächstes auch Energie und Begeisterung.
Spaß miteinander zu haben muss gelernt sein. Denn auch hier gilt: Spaß auf Kosten anderer ist destruktiv, er zerstört Vertrauen und damit die Bereitschaft sich ehrlich und offen zu begegnen! Die Art des gemeinsam geteilten Vergnügens ist deshalb Bestandteil der Betrachtung in der Reflexion.
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